Startschuss „Selbstverwirklichung oder Seifenblase?“

10443125_775342442516869_828278603246272969_o

Gastbeitrag
Aufgrund einiger Brainfuck-Attacken in den letzten Tagen, habe ich beschlossen diese und anderen Input virtuell niederzuschreiben.

Warum Brainfuck? Und warum mehr als sonst?

Nein, es folgen keine emotionalen Liebesschwüre und damit verbundene suizidale Gedankengeflechte.

Der Grund für mein Kopfchaos liegt ausschließlich daran, dass ich mich nochmal dazu aufraffe eine weitere Ausbildung anzugehen.

Es handelt sich um die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin.

Wenn also alles nach Plan läuft, werde ich o.g. Ausbildung in 3 Jahren erfolgreich und mit erhobenem Kopf, abschließen.

So weit zur Theorie…

 

Im Vorfeld sei schon mal bemerkt, dass ich etwas andere Ansichten zur Thematik „Erziehung“ vertrete und diese nicht immer konform mit Frontalunterricht und Dogmen einhergehen. Und als Ü30 dürfte es nicht immer leicht sein, mir Fakten zum schlucken zu geben. Ich bin gerne skeptisch und hinterfrage öffentlich um andere zum autonomen Denken zu verführen.

Verbiegen kommt für mich nicht infrage- was meine Ansichten betrifft. Es sei denn, ich erkenne selbst den/ die Fehler und möchte- aus eigenem Antrieb heraus, etwas an mir (ver-)ändern.

Prophezeit wurde mir schon von so manchem Lehrer aus meinem Bekanntenkreis, dass ich es nicht leicht haben würde und ich lernen müsse den Unterrichtsstoff als gegeben anzunehmen.

Das klingt nach jeder Menge Spaß^^

 

1.Schultag

Schien ja alles ganz easy zu sein. Vorstellungsrunden bis zum Erbrechen- Namen habe ich mir aber dennoch nicht mal im Ansatz merken können. Updates, was Stundenplan, Hausordnung, etc. betraf und nach Schulschluss war ich definitiv übermenscht.

Am 2. Tag setzte sich das Ganze dann fort- bis auf kleinere Einheiten mit fachspezifischen Inhalten.

 

2. Woche

Mittlerweile kristallisiert sich so langsam die ganze Tragweite der Ausbildung heraus. Alle Schwerpunkte, Lernfelder (dazu später mehr) und die dazugehörigen Lehrer sind erfasst, vorgestellt und aufgenommen.

Zu Beginn sagte man uns, wir sollen lieber die größeren Ordner nutzen- mittlerweile weiß ich auch warum. ^^

Was sind diese Lernfelder? (Und warum machen diese ein Lernen so schwer?)

Man kennt es…Mathe, Deutsch, Bio, Chemie, etc.

Mathe und Deutsch haben wir natürlich auch, aber eben auch Lernfelder.

Lernfelder sind dermaßen übergreifend, sodass man die Inhalte nicht oder nur schwer in einzelne Fächer aufteilen könnte. „Es ist vielleicht alles etwas durcheinander- auch im 2. Jahr noch, aber im 3. Lehrjahr (zur Prüfung!) ergibt alles wieder Sinn.“ Diesen Spruch gab man uns in den ersten Tagen als Leitspruch mit auf den Weg.

Es gibt 10 Lernfelder, die- wie gesagt, übergreifend sind. Selbst eine übersichtliche Heftergestaltung erweist sich als Herausforderung. Und nein, es liegt nicht an meinem Alter und meiner Auffassungsgabe.

Hinzu kommen noch teilweise verwirrte Lehrkörper, die spürbar selbst nicht wissen, welches Lernfeld sie gerade unterrichten. Aber Hauptsache der Kreis schließt sich zur Prüfung.^^

 

Man muss zu allem Übel auch noch erwähnen, dass der Altersdurchschnitt meiner Mitschüler bei 45 Jahren liegt, was eine Kommunikation und ein Aufschließen alter Verhaltens- und Denkmuster schwierig gestaltet…was mich ja persönlich besonders f***, da ich gerne Ansätze biete und ich mich auch nicht mit allem zufrieden gebe.

Spürbar sind ebenfalls autoritäre Erziehungsstile, die viele ältere noch „genossen“ haben.

Da ist eben eine Mitschülerin der Meinung, dass man Kinder zwingen sollte die Gartensachen anzuziehen, obgleich es das nicht möchte. Meiner Meinung nach sollte man Heranwachsende nicht zu etwas zwingen, was sie selbst nicht weiter bringt. Denn- am Beispiel „Gartensachen“, kann man durch Zwang weder Verantwortungsbewusstsein wecken noch ein autonomes Denken anregen. Dann werden halt die „guten Sachen“ (wer zieht schon seinen Sprösslingen die tollen und teuren Klamotten in der KiTa (Kindertagesstätte) an?! ) schmutzig- na und?! Dann schimpfen Mama u./o. Papa, man erklärt es den Eltern und das Kind wird- im besten Falle, den Ärger vermeiden wollen und Einsicht zeigen. Wenn nicht, dann halt das ganze Spiel am nächsten Tag nochmal. Das Ganze ist auch keine Faulheit oder Streitunlust meinerseits- das ist Erziehung zu eigenverantwortlichen und autonomen Menschen. So erzieht man im Übrigen die Eltern gleich mit und diese werden sich nach dem 10. Mal überlegen, welche Sachen sie ihrem Kind anziehen. Besagte Mitschülerin war ebenfalls der Meinung, dass das sich wehrende Kind dann im Haus bleiben müsse- egal ob die Aufsichtspflicht damit verletzt werden würde oder nicht.

Ich bin aber guter Dinge, dass diese Erziehungsmethoden entweder aussterben oder ich meinen Einfluss- im Rahmen meiner Möglichkeiten, doch etwas geltend machen kann.

 

Dann gab es eins, zwei Unterrichtsstunden in denen ich gerne den Unterricht übernommen hätte. Da ich dahingehend schon Erfahrungen habe, wäre es ein leichtes gewesen. Aber ich gebe besagten Lehrern gerne weitere Chancen und hoffe auf (Achtung! Lieblingswort:) AUTONOME Gedankengänge dieser und meiner Mitschüler.

Es gibt aber auch zum Glück wirkliche Leuchten unter den Lehrern- Menschen, die tatsächlich gute Ansätze liefern und nachdenken lassen. Nachdenken sollen wir übrigens auch- dass sagte man uns zu Beginn. Nur leider sieht die Realität anders aus.

Zwei meiner bisherigen Fav’s sind eine Politikwissenschaftlerin und ein studierter Psychologe und Philosoph. Zu beiden werde ich in den nächsten Beiträgen schreiben.

Ein weiterer Lichtblick: Musik. Nicht wegen dem Fach- nur der Lehrer ist ein Augenschmaus.

 

Dies soll es für den Einstieg erstmal gewesen sein.

Natürlich werde ich nicht immer einen derart langen Text verfassen und auch nicht jeden Tag…muss ja lernen 😉

 

Memo an mich:

Wieder mehr SozioPod hören und ruhiger werden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.