„Sie haben starke Kopfschmerzen? Wie lange sind sie schon Asylant?“

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Gastbeitrag
CAVE! – Dieser Beitrag ist ein Rant, deswegen wahrscheinlich nicht sehr gut strukturiert und auf Punktuation/Rechtschreibung geprüft.

Für euch, liebe Leser, eine kurze Beschreibung des situativen Backgrunds:
Vor einige Tage hatte ich ein KTW-Einsatz. (Für diejenigen von euch, die mit der Rettungsdienstbegriffe nicht vertraut sind: KTW = Krankentransportwagen = kein lebensbedrohlicher Notfall = kein Blaulichteinsatz.) Die Meldung lautete „Starke Kopfschmerzen, Zustand nach Sturz“. Das war ein bisschen verwunderlich, da so ein Einsatz normallerweise etwas für einen RTW ist. (RTW = Rettungswagen = Blaulichteinsatz) Der Einsatzort war das lokale Asylantenheim.

Wir sind dorthin gefahren und haben einen jungen Mann vorgefunden, 20J. alt. Er saß am Eingang der Wachschutzkabine. Der Wachmann hat berichtet, dass der junge Mann über massive Kopfschmerzen klagt, und es ist unklar ob sie eine rein physiologische Ursache haben, oder eine externe Gewalteinwirkung (Treppensturz, Schlägerei) zugrunde liegen. Der Patient könnte sich auf Deutsch sehr schwer artikulieren, könnte aber mitteilen, dass die Schmerzen nicht genau lokalisiert sind, sondern pulsierend den ganzen Kopf umfangen. Die Untersuchung ergab keine Zeichen externer Gewalteinwirkung, nur eine verdächtig aussehende Hautveränderung auf dem Schädeldach, das an einenm alten Insektenstich erinnerte. Der Patient hat keine eindeute Angabe zum Anfangszeitpunkt der Schmerzen gemacht: zuerst seit einer Woche, dann seit zwei und zum Schluß – seit fast einem monat. Er hat keine der typische Reaktionen gehabt, die ein von Migräne betroffener aufweist. Schlußendlich wurde der Patient ins nächstgelegene Krankenhaus eingewiesen mit der Diagnose „unklare starke Kopfschmerzen“. Persönlicher Verdacht: der Patient simuliert die Kopfschmerzen. Ender der Beschreibung des situativen Backgrounds.

An sich eine relativ normale Geschichte aus dem Altag des Rettungsdienstes. Was mich daran geärgert hat: – Als wir am Einsatzort angekommen sind ist meiner Kollege erst zum Patienten gekommen nachdem er sich aufgereget hat, was ich den so groß zu untersuchen habe und dass ich keine große Medizin machen soll. Daraufhin forderte ich ihn auf sich selbst ein Blick über die Situation zu verschaffen (in was hoffentlich neutraller und höfflicher Ton war). Er hat den Patienten kurz gefragt ob er Deutsch kann und wie lange die Kopfschmerzen gehen, sich seine Papiere angeschaut (eine Bescheinigung das dem jungen man befristet Asyl gewährleistet ist) und verkundet, dass wir ins Krankenhaus fahren müssen, alles in einem raschen Ton. Alles sehr untypisch für ihn.
– Im Krankenhaus bei meinem Versuch eine ordentliche Übergabe zu machen wurde ich vom Krankenhauspersonal angeschmunzelt und von meinem Kollegen unterbrochen, bis ich es aufgegeben habe. Alle andere haben sich darüber unterhalten wie sinnlos alles ist und das unserer Patient eindeutig simuliert (der Patient saß paar Meter von dem ganzen entfernt). Ich bin darauf aufmerksam gemacht worden, dass seine Asylgenehmigung in paar Wochen ausläuft.

Von Profesionalismus keine Spur… Ja, aus den ganzen Angaben und Untersuchungen folgt, dass der Patient sehr wahrscheinlich simuliert. Es ist aber auch möglich, dass er tatsächlich krank ist. Auch wenn er simuliert, soll man wenigstens den Anstand haben sich im Gegewart des Patients sich nicht über ihn uns seine Beschwerden lustig zu machen.

Wenn der junge Mann simuliert um seine Asylgenehmigung zu verlängern ist das relativ einfach rauszukriegen. Er muss nur ordentlich untersucht werden. Ja, er seine Hadlungen sind nicht ausreichend durchdacht, aber wir haben kein ausreichendes Hintergrundwissen um diese auf ihre Moralität zu untersuchen. Außerdem glaube ich keinem Menschen, der mir erzählt er würde nicht den leichteren Weg zum Ziel nehmen, bevor er mit einer derart schwere Entschedung konfrontiert wird. Niemand der Asyl sucht macht es, weil er an erster stelle das Wetter hier toll findet. Man macht es, wenn man Angst um seinen Überleben hat.

Das ist bist jetzt ein konkreter Beispiel gewesen, aber ich bin immer wieder auf Neue erstaunt wie leicht Menschen sich erlauben Urteil über andere zu fällen, und im Anschluß protestieren, wenn man auf grund dieses Handelns über sie urteilt.

Ich höre jetzt auf, sonst bearbeite ich das ganze weiter 10 Mal. ^^ Wenn ihr die Lust verspührt, diese kleine Geschichte zu kommentieren – macht das ruhig 🙂

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