Selbstverwirklichung oder Seifenblase Part III

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Gastbeitrag
Woche 4

Die Anforderungen steigen– aber mehr in Bezug auf charakterliche Veränderungen. Gewollt? Sicherlich. Schließlich haben die Lehrkörper eher jüngere Auszubildende vor sich sitzen, die wesentlich einfacher formbar sind, als der Großteil meiner Klasse.

Ganz großes Manko ist die vorherrschende Emotionalität und die gemachten Erfahrungen, auf die immer wieder zurückgegriffen werden. Zu Beginn wurde uns gesagt, dass wir- insofern wir schon Eltern sind, eine strickte Trennung zwischen Eltern-sein und ErzieherIn-sein einhalten MÜSSEN. Das heißt im Groben, wir sollen als Eltern weiterhin aus dem Bauch heraus entscheiden und als Pädagogen „erzieherisch korrekt“ agieren- also mehr nach Plan. Verständlich soweit, doch real nicht umsetzbar…so scheint es zumindest bei den meisten meiner Klasse.
Erstaunlicherweise kann ich meinen Ratio gut raushängen lassen. Selbst im Lernfeld „Kinder & Jugendliche in besonderen Lebenssituationen“, wie zum Beispiel bei Missbrauchsthemen, kann ich die einzelnen Umstände nüchtern betrachten. Vielleicht versuche ich auch nur die Starke zu sein? Irgendwie bin ich ohnehin meist diejenige, die versucht ist, so viel wie möglich neutral zu beobachten und Ratio & Emotio ausgewogen zu gebrauchen. Dabei bin ich eigentlich emotional veranlagt…wobei der Unterschied wohl im Privat- und Berufsleben besteht. Aber bin ich dann als Rollenspieler noch authentisch? Kann ich nach 3 Jahren noch in den Spiegel schauen? Ich weiß, dass ich auch diese Seite habe und lebte jene in meiner Öffentlichkeitsarbeit auch aus- doch nicht jeden Tag. Und jetzt gerade reflektiere ich mich und erschrecke etwas vor mir selbst.

Zurück zu den Fakten…

Steiner’sche Lehren und Zuckerkügelchen werden immernoch verbreitet und Filmchen von gewissen „Instituten“ propagiert. Institute- geführt von Leuten, für die weder Fakten zählen noch eine andere Wahrheit sich dem Tunnelblick entgegenstellt; Alumiunhydroxid wird als Auslöser für AD(H)S vermittelt und die Schulmedizin ohnehin „nichts taugt“. GEHT GAR NICHT! Wenn man schon so eine Meinung hat und mit dieser auch nicht hintern Berg halten möchte, dann muss man aber wenigstens auch die Fakten der Schulmedizin behandeln. Und es geht hier um ein PRÜFUNGSFACH! PRÜFUNGSFACH!!!

Heute war wieder einer dieser Tage, an denen ich mir mehrfach selbst den Mund verbot.
Projekttag: „Tag der Demokratie“ und Besuch von einer gewissen Vereinigung, die stellvertretend für Arbeitnehmer agieren soll. Das ganze endete im Disaster– auf allen Seiten.
Betreffende Besucher rechneten mit wesentlich jüngeren und noch ungefestigten Schülern, die sich leichter zu einem Beitritt überzeugen lassen. Bei uns stießen sie an ihre Grenzen. Einfache Fragen und auch gängige Fremdworte waren zuviel- Fragen überhaupt und andere Meinungen schon gar. Man wollte eine Kluft zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in unsere Köpfe schlagen, damit man ein braver Mitläufer wird und fein seinen Mitgliedsbeitrag zahlt. Wir waren alle fassungslos und enttäuscht über diese bodenlosen Frechheiten und diese Promotion- denn ursprünglich sahen wir besagte Vereinigung als etwas positives an. Ich gewann aber diesen Stunden dann doch etwas positives ab: wir wuchsen- aufgrund der Diskrepanzen, enger zusammen und davon konnte ich auch meine Mitschüler überzeugen. Betreffende Vereinigung wird nun keine Möglichkeit mehr erhalten in dieser Schule zu dozieren.  😉
Morgen dann Auswertung…

 

Danke für deine Aufmerksamkeit und bis bald 🙂

ApprenticeXY

 

 

 

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